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Wespen, Faltenwespen: Die Hornisse (Vespa crabro)

Hornisse (Vespa crabro)

Die Hornisse (Vespa crabro) wird gerne zusätzlich zum Begriff Wespe erwähnt, ist zoologisch gesehen allerdings nichts weiter als eine große Wespe.

Diese Art ist leider selten geworden und fällt alleine schon durch ihre Größe und das tiefe Brummen beim Fliegen auf. Als größte einheimische Wespe ist sie schon etwas Besonderes, die Königinnen werden immerhin bis zu 3,5 cm groß.

Daher möchte ich diese Art noch etwas näher vorstellen - nicht zuletzt, da sehr viele Leute eine (unbegründete) irrationale Angst vor Hornissen haben.

 

ThemaAllgemeines

Hornisse (Vespa crabro)Hornisse (Vespa crabro), OcellenDie Hornisse ist schon aufgrund ihrer Größe (ca. 20-35 mm) gut zu erkennen. Kopf und Brust sind rot/schwarz gefärbt. Bei der Hornisse ist der Kopfschild einfarbig gelb (siehe Foto oben).

Deutlich sind auf dem Kopf die drei Ocellen zwischen den eigentlichen (Komplex)Augen zu erkennen.

Hornissen sind friedfertiger als ihre kleineren Verwandten, die Deutsche und Gemeine Wespe, und stechen nur, wenn sie sich sehr bedroht fühlen, besonders gilt dies für den direkten Bereich um das Nest.

Die Art ist vorwiegend in lockeren Wäldern und Streuobstwiesen zu finden, die ein ausreichendes Angebot an alten Bäumen mit Höhlungen bieten, aber auch im Siedlungsbereich nicht selten. Das Nest wird in Baumhöhlen oder ähnlichen Höhlungen angelegt und ist mindestens so groß wie ein Handball, größere Nester kommen zwar auch vor, ich selbst habe aber leider noch keine gesehen (das größte Volk umfasste ca. 200 Tiere).

 

ThemaDas Hornissennest

Hornisse (Vespa crabro), Nest in einer RotbucheDie beeindruckenden Nester bestehen wie ein typisches Papierwespennest innen aus übereinander liegenden Waben, die von einer kugeligen Hülle umgeben sind.

Das Baumaterial ist eine papierähnliche Masse, die aus von Bäumen und Pfosten abgeraspelten Holz besteht, das mit Hilfe der Kiefer zu einem Pappmaché-ähnlichen Brei verknetet wird.

Für gewöhnlich sucht sich die Königin einen alten, ausgehöhlten Baumstamm als Nistplatz aus.

Im Siedlungsbereich können es auch schon einmal Ausweichquartiere sein, in denen das Nest eingepasst wird, wie z.B.

- Hausverkleidungen:
Hornisse (Vespa crabro), Nest unter der Hausverkleidung

- Rollladenkästen:
Hornisse (Vespa crabro), Nest in einem RollladenkastenHornisse (Vespa crabro), Nest in einem Rollladenkasten

- oder sogar Vogelnistkästen (rechts nach der Saison geöffnet):
Hornisse (Vespa crabro), Nest in einem VogelnistkastenHornisse (Vespa crabro), Nest in einem Vogelnistkasten

 

Hornisse (Vespa crabro), VentilationHornisse (Vespa crabro), Nest unter der Hausverkleidung. Anflug mit NahrungspaketHornisse (Vespa crabro), LarveDie Arbeiterinnen sind sehr fürsorglich. Wird es im Nest zu warm sorgen Arbeiterinnen am Nesteingang durch Flügelschlag für die notwendige Ventilation.

Andere sind für die Nahrungsbesorgung zuständig und kommen mit Nahrungspaketen zum Nest zurück. Meistens handelt es sich hierbei um erbeutete Insekten.

Die Larven haben einen großen Appetit. Im Nest machen sie durch schabend-kratzende Geräusche auf sich aufmerksam: Sie kratzen an den Wabenwänden mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen entlang (ist übrigens sehr gut zu hören).

 

 

ThemaRechtliche Situation - Wichtig!

Ungeachtet der Tatsache, dass die Hornissen normalerweise unproblematisch neben dem Menschen leben könn(t)en, noch folgender Hinweis zur rechtlichen Situation:

Die Hornisse (Vespa crabro) steht laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO Anhang 1) unter besonderem Schutz!

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz §44 - Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten (alte Fassung des BNatSchG: §42) ist es verboten
"wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,"

"wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,"

"Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören."

Kurz (laienhaft) zusammengefasst: Jedwede Handlung ohne Genehmigung ist illegal!


 

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