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Hummeln und andere Wildbienen

Die systematische Einteilung fast alle Bienen (Apidae) eigentlich aufgrund der gemeinsamen systematischen Merkmale zusammen. Hierzu zählen in Mitteleuropa über 500 Arten!

Aufgrund der domestizierten Nutzung der Honigbiene, wird diese aber gerne alleine behandelt und den so genannten "Wildbienen" gegenüber gestellt. Zu diesen "Wildbienen" zählt man die sozial lebenden Hummeln ebenso wie zahlreiche Arten so genannter Solitärbienen, die keine Staaten bilden.

Alle Bienen sind mehr oder weniger stark behaart und verwendung eine Mischung von Pollen und Nektar als Futter für die Nachkommen (im Gegensatz zu den Wespen, hier sind es Insekten als Nahrung).

Auf dieser Seite finden Sie nun Informationen über

 

ThemaHummeln (Gattung Bombus)

Allgemeines
Diese kräftigen Bienen, die "dicken Brummer", sind bei uns mit rund 30 Arten vertreten. Sie lassen sich als Hummeln durch den Körperbau und die meist starke Behaarung gut erkennen, schwieriger wird jedoch die genaue Artbestimmung. Im Frühjahr gründen die überwinternden Weibchen ein Nest, das oftmals unterirdisch, z.B. in einem verlassenen Mauseloch, angelegt wird. Die ersten Arbeiterinnen im Jahr sind aufgrund der schlechteren Nahrungssituation meistens kleiner als die im Sommer auftretenden. Die Larven werden mit Pollen und Nektar gefüttert. Sobald die erste Generation geschlüpft ist, übernehmen zunehmend die geschlüpften Arbeiterinnen die Aufgaben und die staatengründende Königin kümmert sich nur noch um das Eierlegen.
Erscheinen die Nester der Honigbiene (und auch der Wespen) sehr gut strukturiert und "ordentlich", ist dies bei den Hummeln nicht immer der Fall. Bisher habe ich ein Nest zwar erfolgreich umgesiedelt, aber leider keine Kamera zur Hand - ich hoffe, das in naher Zukunft ändern zu können.

Hier einige Arten exemplarisch kurz vorgestellt.

 

Steinhummel (Bombus lapidarius)Steinhummel (Bombus lapidarius)
Die kräftigen Tiere sind wie alle Hummeln dicht behaart. Die Färbung dieser Art ist vornehmlich schwarz, lediglich die hinteren Segmente des Hinterleibes sind rötlich gefärbt. Man findet die Steinhummel von April bis Oktober vor allem in offenem Gelände wie z.B. Gärten und Wiesen.
Die Steinhummel wurde 2005 zum Insekt des Jahres gewählt.

 

Ackerhummel (Bombus pascuorum)Ackerhummel (Bombus pascuorum)
Die etwa 2 cm großen Tiere sind vor allem auf Wiesen und an Waldrändern zu finden. Die Flugzeit beginnt etwa ab Ende April, man findet Tiere dieser Art bis in den Herbst hinein.

 

 

Distelhummel (Bombus soroeensis proteus)Distelhummel (Bombus soroeensis proteus)
Wie der Name schon andeutet, findet man diese Tiere auf Brachen und dort oft auf Disteln. Diese Art unterscheidet sich von der typischen Rasse Bombus soroeensis soroeensis dadurch, dass der Hinterleib keine weiße Spitze besitzt, sondern nur ein orangefarbenes Hinterleibsende. Beide Unterarten sind weit verbreitet und kreuzen sich auch miteinander.

 

ThemaAndere Wildbienen

WildbieneWildbienen sind anhand von Fotos und in der freien Natur nur sehr schwer zu bestimmen. Daher belasse ich es in erster Linie bei einer allgemeinen Vorstellung und Fotos von Tieren.

Die meisten Arten, abgesehen von den Hummeln, leben solitär, d.h. ein Weibchen baut und betreut alleine ihre Nisthöhle.

Die unterschiedlichen Arten der Wildbienen findet man in freier Natur entsprechend ihrer Vorlieben: Es gibt Arten, die bauen ihre Niströhren in Sandboden, andere in (Lehm)Wänden, wieder andere in altem (Tot)Holz. Sie sind zumeist wärmeliebend, treten schon früh im Jahr auf und gerade auf blütenreichen Brachen findet man sie fleissig Nektar sammeln.

In die Kammern wird Pollen und Nektar als Nahrungsgrundlage für die aus dem Ei schlüpfende Larve deponiert. Meistens wird eine Wand eingezogen und weiter verfahren, bis die Röhre mit Brutkammern ausgefüllt ist. Diese sind dann ihrem Schicksal überlassen, eine weitere Brutfürsorge wie bei den echten Bienen (Honigbiene, Hummeln) erfolgt nicht.

Wildbienen sind nützliche Bestäuber. Da sie besondere Ansprüche an ihre Umwelt haben - vor allem was Futtersuche und Nisthabitat betrifft - sind sie durch Zerstörung ihrer Lebensräume bedroht. Sie stehen daher alle unter Schutz!
Um diesen nützlichen Insekten geeignete Bedingungen anzubieten, werden daher in so genannten "Insektenhotels" (korrekter wäre wohl "Insektenwohngebiete") die Nistansprüche mit Lehm, Sand, Schilfröhren und Holz nachgebaut.

Wildbienenhotel des NABUWildbienenhotel im Botanischen Garten Linz (Österreich)In der Nähe des Besucherzentrums der Blumberger Mühle hat der NABU ein wie ich finde hübsches und vor allem gut besuchtes Wildbienenhotel aufgebaut (oberes Bild), bei dem bei Sonnenschein reger Flugverkehr herrschte. Zu der sonnigen Lage kam noch als weiteres Kriterium die blütenreiche angrenzende Wiese hinzu. Hotels jenseits von Blumen werden meistens nicht sehr stark frequentiert.

Ein anderes schickes Wildbienenhotel habe ich im Botanischen Garten in Linz gefunden (unteres Bild). Auch dieses berücksichtigt die unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Arten. Ergänzend ein Holzstapel in unmittelbarer Nachbarschaft.

Wildbienen sind normalerweise sehr friedliebend, so dass man hier schon einmal vorsichtig herantreten kann. Sie werden sich wundern, wie viele verschiedene Arten es gibt! Ich habe daher im folgenden einfach einmal Bilder von "Hotelbesuchern" eingestellt.

Wildbienen an einem WildbienenhotelWildbienen an einem WildbienenhotelRote Mauerbiene (Osmia rufa)Zugedeckelte Brutröhre

 

Keine Wildbienen, sondern Goldwespen (Gemeine Goldwespe, Chrysis ignita), die ebenfalls die Hotels benutzen:

Gemeine Goldwespe (Chrysis ignita)Gemeine Goldwespen (Chrysis ignita) schauen aus Brutrören heraus

Die kleinen, etwa 1 cm großen Tiere fallen besonders durch ihre glänzende Färbung auf. Diese kleinen Kerlchen sind aber nicht etwa wegen der praktischen Wohnraumsituation am Hotel, sondern weil sie an Wildbienen und Wespen parasitieren: Die Larven der Goldwespen ernähren sich von Larven anderer Wespen bzw. der für diese eingebrachten Beute.

 


 

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