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Aussaat - Start aus Saatgut

Aussaat aus Samen

 

Jedes Frühjahr gibt es in den Gärtnereien und Baumärkten bequem Jungpflanzen zu kaufen. Weshalb sich also die Mühe machen, selbst ab den Samen zu starten?

Ganz einfach:

  • Das Sortenangebot an Setzlingen ist zumeist recht überschaubar, die Sortenauswahl bei Samen ist deutlich höher
  • man kann genau zu dem für sich selbst bestimmten richtigen Zeitpunkt starten
  • es ist günstiger

Was liegt also näher, sich die gewünschten Sorten von Tomate, Chili und Co. selbst aus Samen anzuziehen und sich über die spätere Ernte von eigenen Pflanzen - sozusagen von der Wiege (ok: dem Topf) an - zu erfreuen?!

Kern in den Boden, Wasser zugeben, etwas Licht & Wärme anbieten genügen zwar selten, wenn man aber einige Punkte beachtet ist es gar nicht so schwer, man benötigt nicht wirklich viel und es macht Spaß. Nur immer daran denken: So ein kleines Samenkorn ist Leben und hat seine eigenen Ansprüche.

Die Anzuchtphase wird von allerlei Zubehör begleitet und erleichtert, auf das ich im Folgenden ebenso eingehen möchte. Hier hat jeder so seine Vorlieben - am besten testen und für die kommende Saison dann das beibehalten, was einem am besten lag.

Viel Erfolg :-)

 

Lesen Sie hier mehr über:

ThemaWas benötigt ein Samenkorn eigentlich?

Die wichtigen Eckpunkte sind schnell ermittelt: Für die Keimung sind Feuchtigkeit/ Wasser, Licht und Wärme wichtig.Chili-Samenkorn mit Keimwurzel

Wasser: Das Samenkorn ist während der Keimruhe relativ "trocken", so dass für das Erwachen der Wachstumsvorgänge Feuchtigkeit notwendig wird. Das Keimsubstrat muss dementsprechend gleichmäßig feucht gehalten werden. Trocknet es aus, kann der Samen in der Entwicklung gestört werden (ist es zu nass, kommt erstens nur wenig Sauerstoff an das Samenkorn und zweitens es begünstigt wiederum Pilze im Boden, die den Samen schädigen...).
Da über das Bodensubstrat zunächst nur wenig Wasser nachkommt, hat es sich z.B. bei Chili bewährt, die Samen vor der Aussaat vorzuquellen.

 

Vorquellen von Saatgut:
Die Samen werden, bevor sie in Erde kommen, mehrere Stunden oder über Nacht in warmes Wasser gelegt, so dass sie zu Beginn mehr Feuchtigkeit aufnehmen können als in feuchter Erde.

Alternativ, kann statt reinem Wasser (abgekühlter) Kamillentee verwendet oder dem Wasser als zusätzlicher Keimstimulus Dünger zugesetzt werden. Während der Kamillentee sterilisierende Wirkung entfaltet (Samenkörner können auf ihrer Samenschale Pilzsporen mit sich tragen), simuliert eine leichte Düngegabe im Wasser die Darmpassage im Vogel (der sich vorher die Frucht einverleibt hat).

Zum Vorquellen kann man entweder kleine Töpfchen nehmen, in denen die Samen mit der gewählten Flüssigkeit überschichtet werden oder man nimmt Gefäßte mit nassem Küchenpapier, in das man die Samen einschlägt.

Wichtig: Da die Gefäße schon einmal im Warmen stehen sollten, am besten abdecken, nicht dass bis zum Weiterarbeiten die Flüssigkeit verdunstet ist und die Samen wieder völlig trocken liegen.

[Bild Vorquellen im Gefäß] [Bild Vorquellen im Papier]

 

Pflanzenlampen über Chili-SetzlingenLicht: Pflanzen benötigen zum Wachsen Licht. In wie weit das Licht bei der Keimung eine Rolle spielt, hängt nicht zuletzt von der Pflanzenart ab. Bei so genannten Lichtkeimern werden die Samen entweder nur einfach im Substrat gut angedrückt (Basilikum z.B.) oder nur leicht mit Erde bedeckt (bei Chili, Paprika und Tomaten). Hier gilt, je mehr Erde auf dem Samenkorn liegt, desto länger dauert die Keimung. Ist zu viel Erde über den Samen kann die Keimung auch ganz ausbleiben!
Bei den Dunkelkeimern dagegen kann das Samenkorn "samendick" oder mehr mit Erde bedeckt sein.

Wärme: Nicht zu vernachlässigen beim Keimerfolg ist die Temperatur. Sie entscheidet nicht nur darüber, ob die Keimung erfolgt, sondern auch wie lange die es dauert, bis ein Samenkorn keimt.
Entsprechend werden viele Kräuter und Wildblumen draußen erst im Frühjahr ausgesät bzw. bei der Aussaat draußen ein Frühbeet empfohlen oder sogar eine Vorkultur drinnen. Umgekehrt benötige manche Arten die Kälteperiode im Winter, um die Samenruhe zu durchbrechen. Bärlauch und Herbstzeitlose werden als so genannte Kaltkeimer entsprechend im Herbst/Winter ausgesät.

Wärmebedürftige Arten wie z.B. Chili benötigen es dagegen warm (über 20°C Bodentemperatur). Sobald die Keimdauer über 14 Tagen liegt, kann es passieren, dass die Pilze im Boden schneller sind und die Samen schädigen. Hier ist es wichtig für ausreichend Wärme bis zur Keimung zu sorgen. Wird es nach der Keimung wieder etwas kühler (z.B. nach Entfernen einer Heizmatte), wachsen die Keimlinge zwar langsamer, aber es passiert ihnen normalerweise nichts mehr (siehe auch Keimung erfolgt, was nun? weiter unten). Bei den sehr wärmebedürftigen "Bhut Jolokias" aus Indien sollten es schon um die 25°C sein, dann keimen sie ab ca. 8-10 Tagen.

 

Wärme und Standort in der Wohnung - Die Fensterbank:
Viele keimen ihr Saatgut in kleinen Gewächshäusern gerne auf dem Fensterbrett. Oft höre ich "da scheint die Sonne darauf und es ist schön warm". Stimmt auch im Prinzip, ABER:

Es wird erstens gerne mögliche Zugluft bei nicht ganz dichten Fenstern bzw. beim Lüften vergessen und die niedrigeren Temperaturen nachts (wenn die Sonne eben nicht scheint...). Bei vielen Arten ist das kein Problem (für Tomaten z.B. ist das in Ordnung, auch für viele Chili/Paprika), aber bei der Keimung sehr wärmebedürftiger Sorten wie den indischen "Bhut Jolokias" kann das eine sehr lange Keimdauer oder gar ausbleibende Keimung zur Folge haben. Zu dieser Sorte erhalte ich daher entsprechend die häufigsten Nachfragen und sobald den Temperatur-Ansprüchen der Sorte Rechnung getragen wird, kommt dann eine Woche später die Rückmeldung, dass 5° mehr den gewünschten Erfolg gebracht haben :-)

 

 

ThemaWann aussäen?

Der Aussaatzeitpunkt hängt unter anderem von der Pflanzenart ab. Während viele Kräuter auch gerne das ganze Jahr über auf der Fensterbank gezogen werden können, gilt das Frühjahr bei den meistens Gemüsen als die richtige Aussaatzeit. Wärmeliebende Arten sollten zudem drinnen in Vorkultur vorgezogen werden, um dann zum geeigneten Zeitpunkt (nach den letzten Frösten) Richtung Ende April/ Anfang Mai ins Freiland ausgepflanzt zu werden.

Da für viele wärmeliebende Arten wie Auberginen, Chili, Tomaten, aber auch z.B. Kürbisse die Saisondauer in unseren Breiten sehr knapp bemessen ist, ist eine Vorkultur drinnen und damit Start vor der Freilandsaison unbedingt notwendig. Ab wann das genau ist, hängt nicht zuletzt von der Art des Gemüses ab, aber auch von den Rahmenbedingungen, die wir zu Hause bieten können.

Es bringt nichts, bereits im November zu beginnen, um schnellstmöglich in die Saison starten zu können: Die Lichtverhältnisse im Winter sind kaum geeignet, ein gesundes Pflanzenwachstum zu ermöglichen. Künstliche Beleuchtung kann hier zwar helfen, doch sollte man die Aussaatzeit sinnvoll wählen. Während manche bereits mit den ersten Chili im Dezember beginnen, liegt die Hauptaussaatzeit eher von Januar bei April. Übrigens: Mehrjährige Sorten lassen sich hervorragend als Zimmerpflanze drinnen überwintern und liefern im Folgejahr früher Früchte. Dementsprechend ist hier auch eine (eigentlich) verspätete Aussaat kein Problem und durchaus lohnenswert, selbst wenn es im Aussaatjahr zu keiner oder nur einen kleinen Ernte kommt.

Tomaten sind weniger Wärme- als Lichtabhängig und neigen zu wackeligem Wuchs, wenn zu wenig Licht verfügbar ist (was durch gleichzeitig zu hohe Temperaturen noch verschlimmert wird). Hier genügt es völlig, mit den ersten Aussaaten Ende Februar zu beginnen. Das ist auch ungefähr die richtige Zeit, um mit Auberginen zu starten.

Wichtig zu wissen: Frühere Aussaaten verschaffen unter nicht optimalen Bedingungen keinen Vorteil. Lieber etwas später beginnen und optimale (Licht)Verhältnisse schaffen, dann legen die Pflanzen rasch im Wachstum zu!

Übersicht (gilt für die genannten mit Vorkultur drinnen, nicht die Aussaat draußen!)

 
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
  Auberginen
X
X
X
  Chili
X
X
X
X
  Kürbisse
X
X
  Tomaten
X
X
X
  Kräuter
ganzjährig

 

 

ThemaWo(rin) anziehen?

Stabiles ZimmergewächshausKleinere (Zimmer)Gewächshäuser haben die wichtige Aufgabe, die Temperatur lokal etwas zu erhöhen und die Feuchtigkeit im Boden länger zu halten. Trocknet das Substrat und damit die Samen aus, wird der Keimprozess unterbrochen.

Das bedeutet, es ist letztlich egal, in welchen Gefäßen man startet - sei es ein hübsches kleines Gewächshaus für die Fensterbank oder eine gesäuberte durchsichtige Salatbox von der letzten Bestellung beim Italiener :-)

Die Zimmergewächshäuser in unterschiedlichen Größen haben neben dem passenden Aussehen den immensen Vorteil, dass sie flexibler in der Handhabung sind. Es sind meistens kleinere Lüftungen enthalten, mit deren Hilfe man die Feuchtigkeit drinnen sehr schön regulieren kann. Zusätzlich braucht man sich keine Sorgen machen, ob eine die Keimung unterstützende Heizmatte andere (Kunststoff)Gefäße beschädigt.
[Zimmergewächshäuser im inganashop anschauen]

 

ThemaAussaatsubstrat & Töpfe

Dem Aussaatsubstrat kommt eine besondere Bedeutung zu: Die Samen sollen zuverlässig keimen und die Keimlinge gut die erste Zeit überstehen und bewurzeln. Hier haben verschiedene Leute, verschiedene Vorlieben. Entsprechend sollte man bei der Variante, mit der man Erfolg hat, auch bleiben.

Aussaaterde:
Feinkrümmelige Struktur mit wenig Nährstoffen, um die Keimlinge zur Wurzelbildung anzuregen. Einfach zu verwenden. Kann Larven von Trauermücken enthalten.

Kokossubstrat:
Wird getrocknet geliefert und quillt durch Wasserzugabe zu einem Vielfachen des Volumens auf (ist entsprechend einfach zu transportieren). Vorteil: Larven von Trauermücken sind deshalb nicht enthalten. Es enthält wenig Nährstoffe, die Struktur selbst schwankt je nach Produktion manchmal etwas. Es hält sehr gut Feuchtigkeit, was allerdings auch gleichzeit ein Nachteil sein kann: Während die Oberfläche schnell abtrocknet, ist es im Inneren des Topfes noch relativ feucht. Wenn man hier zu schnell wieder gießt, vernässt das Substrat zu sehr (= schlechtere Sauerstoffversorgung der Samen/ Keimlinge).

 

Bei den Töpfen hat man die Wahl zwischen verschiedenen Arten und auch Größen - was neben der Pflanzenart auch nicht zuletzt von den eigenen Vorlieben abhängt.

Die Topfgröße sollte so gewählt werden, dass die Keimlinge noch ein wenig wachsen und sich bewurzeln können. So genügen für Tomaten und Chili eher kleine Starttöpfe oder gleich passende Multitopf-Trays für das Gewächshaus, während Kürbissamen in etwas größere Töpfe gesteckt werden sollten. Kräuter (z.B. Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut u.a.) säe ich normalerweise immer gleich so aus, wie sie später im Topf wachsen sollen, dann erspare ich mir das Umtopfen der filigranen Pflänzchen. Sollte ich zu viele Samen pro Topf ausgesät haben, wird bei weiterem Wachstum etwas ausgedünnt.

 

Das Topfmaterial: Kunststoff-Töpfe (oder auch aus Ton) oder Presstöpfe aus recycelten Stoffen wie Torfpresstöpfen oder den Cowpots? Dazu besteht die Auswahl zwischen mehrtopfigen Trays und Einzeltöpfen.

Ich verwende alles, je nach Sorte und was ich gerade vorhabe :-)
Sofern die Presstöpfe freistehen sollte man beachten, dass Wasser nicht nur oben, sondern auch an den Seiten verdunstet wird. unter Umständen muss man hier mehr gießen. Das weitere Umtopfen gestaltet sich dafür oft leichter - entweder die Pflänzchen werden mitsdamt den Presstöpfen, die sich nach und nach auflösen ins Beet ausgepflanzt oder sie lassen sich vor dem Weitertopfen leicht zerbröseln, um den Setzlinge gefahrlos herauszu nehmen. Bei kleineren Kunststofftöfen ist das manchmal ein Problem, wenn sich die Pflanze bereits zu sehr verwurzelt hat.

Die Aussaat selbst erfolgt meistens nach den folgenden Prinzipien bei Chili, Auberginen und Tomaten:

Im ersten Fall hat man keine Töpfchen "sinnlos" mit Erde gefüllt vorbereitet, im zweiten Fall gibt es keine Probleme damit, dass sich mehrere Keimlinge zu stark miteinander verwurzeln und nicht mehr gefahrlos getrennt werden können. Die dritte Variante etwas rascher von der hand, als die beiden ersten.

Die erste Variante verwende ich, wenn ich von vielen Sorten mit 1-2 Pflänzchen später zufrieden bin, die zweite und dritte, wenn ich pro Sorte viele Samen aussäe und möglichst viele Pflänzchen dieser Sorte möchte.

Die erste Bewässerung: Die Samen liegen nun so auf/ in der Erde wie sie sollen. Mit der Gieskanne wird das meistens zu nichte gemacht oder im schlimmsten Fall schwämmt das Wasser die Samen in die Nachbartöpfe - Sortenschildchen sind damit hinfällig ;-)
Bei mir hat sich bewährt, die Erde gut mit einem handelsüblichen Pflanzensprüher gut zu bewässsern. Das behalte ich bis zur Keimung bei, danach kann vorsichtig auch mit einer kleinen Gieskanne weitergegossen werden (Achtung: Die kleinen Keimlinge werden durch die noch nicht so stark entwickelten Wurzeln noch nicht ausreichend gehalten).

 

ThemaHilfsmittel: Beleuchtung und Heizung

Samen sind Lebewesen und haben (trotz ihres eher "toten" Erscheinungsbildes) ihre Ansprüche.

Gummierte Heizmatten gibt es in unterschiedlichen GrößenGerade bei wärmeliebende Arten wie Auberginen, Chili und Tomaten hat man bei der Aussaat mit Heizmatten unter dem Anzuchtgefäß deutlich bessere Erfolge - sowohl bei der Keimdauer als auch bei der Keimrate. Die Matten sorgen für einen konstant warmen Boden, in einem "normaltemperierten" Zimmer sind das im Ergebniss etwas 26-28°C - wohlbemerkt: Tag & Nacht und nicht nur eine Erwärmung am Tag durch die Sonne.

Sobald sich die Keimlinge durch die Erdoberfläche kämpfen benötigen sie Licht. Die Pflänzchen haben hier zumeist ein anderes Empfinden als wir - Licht ist nicht gleich Licht. Wo wir das Gefühl haben, "es ist doch hell genug", schießen die Keimlinge vor lauter Lichtdurst dünn nach oben. Für das Auspflanzen draußen möchten wir jedoch kräftige Pflanzen, die nicht gleich beim ersten Windstoß umknicken. Wichtig ist hier also ein möglichst heller Platz im Raum, d.h. möglichst direkt am Fenster.

Pflanzenlampen über Chili-SetzlingenDa es bei uns im Winter doch recht dunkel ist, bietet es sich an, mit künstlichem Licht (= Pflanzenlampen) das Wachstum zu unterstützen. Auch hier sollte der Abstand nicht zu groß sein, denn je weiter weg die Lampe ist, desto weniger kommt bei der Pflanze an (30-40 cm sind zumeist ideal). Allerdings: Sind die Lampen zu dicht an den Blättern, kann es durchaus auch einen "Sonnenbrand" geben! Die Beleuchtungsdauer sollt einen schönen Sonnentag immitieren und von morgens bis abends etwa 12 - 14 Stunden dauern.

Bewährt haben sich ESL-Lampen, die ein volles Tageslichtspektrum ausstrahlen und sich in kostengünstige Hammerschlagreflektoren einsetzen lassen. Gegenüber normalen Pflanzenlampen produzieren sie nicht so viel Wärme und benötigen deutlich weniger Strom als die professionelleren Natrium- oder Quecksilberdampflampen. Für ein kleines Zimmergewächshaus genügt ein Reflektor mit einer 125 Watt-Lampe, für eine etwas größere auszustrahlende Fläche (Mehrere Anzuchtschalen oder die späteren Setzlinge) sollten Sie zu den 200 Watt-Lampen greifen.

 

ThemaKeimung erfolgt, was nun?

Die Samen keimen zumeist relativ gleichzeitig über eine Zeitdauer von wenigen Tagen. Bei samenechten Sorten wird es zudem aber immer Samen geben, die schneller und andere die deutlich langsamer als alle anderen sind. Das hat nicht unbedint ertwas mit der Qualität zu tun, sondern ist eine natürliche Überlebensstrategie, damit nicht nicht alle zugrunde gehen, wenn die Umgebungsbedingungen rapide schlechter werden.

Sind die ersten Samen gekeimt, behalte ich immer noch für ein paar Tage die Deckel auf den Gewächshäusern, allerdings nun mit zunehmend offenen Lüftungen. Weshalb? Nun, die konstante Feuchtigkeit ist wichtig für die erfolgreiche Keimung des Samenkorns. Wenn aber weiterhin viel Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus verbleibt, bei den zumeist hohen Starttemperaturen, wird leider auch das Wachstum von Pilzen begünstigt. Je nach Pilzart macht sich das in Myzel oder gar Fruchtkörpern im Boden bemerkbar oder aber, zumeist schlimmer, in der so genannten "Umfallerkrankheit". Bei dieser verdünnen sich die (ohnehin noch dünnen) Stängel der Keimlinge immer weiter, bis sie schließlich umknicken und eingehen.

Das weitere Giesen erfolgt bei mir immer nach leichter Trocknung des Bodens - zu viel Wasser stört/hemmt das Wurzelwachstum ebenso wie zu wenig.

 

 

ThemaDas erste Umtopfen/ Pikieren der Keimlinge

Für das weitere Wachstum benötigen die kleinen Pflänzchen ausreichend Nährstoffe und Platz. Je nach verwendeter Topfgröße und Aussaatdichte muss entsprechend zeitig umgepflanzt werden.

Bei mehreren Keimlingen in einer Schale/ einem Topf nennt man das Vereinzeln auch "Pikieren". Das ist deshalb wichtig, da sich bei voranschreitendem Wurzelwachstum auch die Wurzelballen ineinander vernetzten und später das Trennen ohne Wurzelverletzung nicht mehr klappt.

Die nächste Topfgröße nach der Aussaat sind bei mir meistens die 7x7x7-Töpfe. Zum Einsatz kommt dann bei mir "normale" Blumenerde, die noch etwas mit Vermiculite und Wasserspeichergranulat ergänzt wird.

Die Keimlinge möglichst mit dem kompletten, intakten Wurzelballen umsetzen. Die mit bloßem Auge sichtbaren Wurzeln sind zwar wichtig für die Verankerung im Boden, aber die daran befindlichen winzigen Wurzelhaare sorgen erst für die immense Oberflächenvergrößerung und damit effiziente Wasser- und Nährstoffaufnahme (deshalb sind die Larven der Trauermücke auch so fatal). Erde noch kräftig andrücken und gut wässern - fertig (zunächst einmal ...).

Bei Chili und Auberginen hat es sich bewährt, die kleinen Pflänzchen etwas tiefer als vorher einzupflanzen. Noch stärker gilt dies für kleine Tomatensetzlinge, die man am besten bis knapp unter das erste Blattpaar einsetzt. Vorteil: Am Stamm bilden sich weitere Wurzeln, die für mehr Halt und Wasseraufnahme sorgen.

[Tomateneinpflanzen]

Chili-Setzling mit kräftigem WurzelballenDas weitere Umsetzen hängt vom Wachstum der Pflanze ab: Spätzestens wenn die Wurzeln den Topf ganz ausfüllen, sollte in den nächstgrößeren Topf umgepflanzt werden. Ein weiterer Grund: Wenn mir das Gießinterval zu kurz wird, wird umgetopft :-)
(gerade großlappige Pflanzen wie die Auberginen verdunsten große Mengen)

 

Wenn es schließlich soweit ist, dass es vom Alter der Pflanze und Wetter draußen Zeit wird, dass die Pflanzen nach draußen umziehen, sollten Sie die Pflänzchen zunächst langsam umgewöhnen. D.h., dass die Pflanzen zu Beginn nur wenige Stunden nach draußen sollten.

Dies hat vor allem 2 Gründe:

Ein Umzug zunächst in ein Gewächshaus vor dem "echten" Freiland kann natürlich auch Abhilfe schaffen.

 

 

 

 

 

 

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